Sicherstellen personeller Kontinuitšt bei der Koordination  
     
   

Sicherstellen personeller Kontinuitšt bei der Koordination

Die kontinuierliche Begleitung durch eine "haltende", Realität vermittelnde, koordinierende Bezugsperson ist ein Qualitätsstandard personenbezogener Hilfen.

 

     

In praktisch allen Arbeitskonzepten und Teams im psychiatrischen Hilfesystem werden Bezugspersonensysteme verwendet.
Das Bezugspersonensystem ist Voraussetzung von Hilfeplanung nach dem IBRP. Standard ist die verantwortliche Festlegung einer Bezugsperson und deren Vertretung.

Für die integrierte Hilfeplanung ist es wichtig, Stufen von zunehmender Qualität bei der Betreuung zu unterscheiden.
Ausgangslage (Stufe 1) ist häufig, das jedes Team, das Hilfen für eine Klientin bzw. einen Klienten erbringt, jeweils eine Bezugsperson bestimmt hat. Abstimmungen für eine sinnvolle Gesamtplanung bestehen aus Absprachen und Kontakten bei besonderen Anlässen, etwa bei Verlegungen und Wechseln.

Mit dem Erstellen eines Hilfeplans in der Fallkonferenz haben sich die beteiligten Dienste und Einrichtungen auf eine Aufgabenverteilung geeinigt, ohne eine koordinierende Bezugsperson verbindlich zu benennen. Die jeweiligen Bezugspersonen arbeiten im Rahmen ihrer Teams an der Durchführung der Vereinbarungen. Nach Ablauf der vereinbarten Zeit wird der Verlauf in der Fallkonferenz besprochen (Stufe 2).

Bei Stufe 3 ist eine federführende therapeutische Bezugsperson benannt, die im Rahmen ihres Dienstes als Bezugsperson für die Klienten zur Verfügung steht und übergreifend die Dokumentation weiterführt, Informationen über den Verlauf vermittelt und die Überprüfung des Hilfeplanes und erneute Fallkonferenzen koordiniert und vorbereitet.
Eine Abstimmung der Durchführung der verabredeten Hilfen untereinander erfolgt jedoch nicht - sie wird entweder nicht akzeptiert oder aus der Furcht vor Einmischung in dienstinterne Angelegenheiten anderer unterlassen.

Erst wenn eine koordinierende therapeutische Bezugsperson mit Vertretung für den Hilfeplanungsprozess regelhaft benannt wird, kann man von einem erreichten Qualitätsstandard der Erbringung integrierter Hilfen ausgegangen werden. Diese koordinierende Bezugsperson ist allen Beteiligten bekannt - kennt also auch die jeweiligen Bezugspersonen in den anderen Einrichtungen und verknüpft deren Einzelleistungen zu einer abgestimmten komplexen Hilfeleistung (Stufe 4). Sie passt auch durch Absprachen oder erneutes Einberufen der Fallkonferenz zeitnah die Hilfen an veränderte Hilfebedarfe an.

 
Übung   

Übung

Für Herrn Weber haben Sie ja den Übersichtbogen ausgefüllt. Es war vereinbart, dass Herr Wagner vom Betreuten Wohnen die Koordinationsfiunktion übernimmt. Er ist im Team des Betreuten Wohnens die Bezugsperson.

Nach einem Jahr ist eine Verlängerung der Kostenzusage erforderlich. Herr Wagner überprüft gemeinsam mit Hern Schmitt die Hilfeplanung und führt begleitend ein Hilfeplanungsgespräch mit Frau Meier und Frau Dr. Seebald. (Herr Schmitt wollte daran nicht teilnehmen)

Herr Wagner legt die abgestimmte Hilfeplanung in der Hilfeplankonferenz der Region vor .

Welcher Stufe der Koodination würden Sie dieses Vorgehen zuordnen?

Stufe 1: Bezugsperson vorhanden

Stufe 2:Aufgabenverteilung mit anderen in der Fallkonferenz erstellt

Stufe 3: Koordination des Verlaufs und der Dokumentation

Stufe 4: Koordination der Durchführung des Hilfeplans

 
       
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