Der Klient will oder kann sich nicht beteiligen - was tun?  
     
   

Der Klient will oder kann sich nicht beteiligen - was tun?

Die bisherigen Erfahrungen sind ermutigend, denn: Dieser Fall kommt selten vor.

     

Klientinnen und Klienten, die erfahren, das man sich bei den Gesprächen auf sie einstellt, dass aus der Hilfeplanung für sie etwas herauskommt, sind zunehmend stärker bereit, sich an dem Verfahren zu beteiligen.

Neben der sorgfältigen Beachtung der methodischen Ratschläge ist bei der Einführung des Verfahrens auch der "Mut zur Lücke" erforderlich: Es ist sinnvoll, zunächst nur wenige Aspekte einzubeziehen, aber diese zu dokumentieren und Hilfen verbindlich zu verabreden. Der IBRP ist bewusst als Prozess zu verstehen, der mit jedem Zyklus mehr an "Passung" erreicht.

Dennoch gibt es eine kleine Gruppe von betroffenen Menschen, die entweder derzeit nicht in der Lage sind, sich an ihrer Hilfeplanung zu beteiligen, oder die dies deutlich ablehnen.

Hier empfiehlt sich zunächst, von den Klienten eine Person ihres Vertrauens benennen zu lassen, mit der die Gespräche geführt werden. Ist auch das nicht möglich, ist der bestellte Betreuer direkt bei der Erstellung zu beteiligen.
Die entstandene Hilfeplanung ist den Klienten unbedingt vor der Fallkonferenz bekannt zu machen, die Meinung zum Plan muss eingeholt und dokumentiert werden!

Verständlich ist, das Menschen mit langen Hospitalisierungserfahrungen sich ablehnend verhalten. Das Ansetzen an Wünschen, die von Mitarbeitern vermutet werden, und das zunächst spärliche Dokumentieren können ein Ansatzpunkt sein, Vertrauen zu schaffen. Wenn alles nicht greift, kann es Sinn machen, die Bögen zunächst zur Seite zu legen und für einen Zeitraum nur das zu vereinbaren, was an Betreuung in der jetzigen Situation ohnehin für alle (Grundpauschale) geleistet wird.

Dies bedeutet dann auch, sich an diese meist wenigen Vereinbarungen zu halten und darauf zu bestehen, dass alle darüber hinausgehenden Betreuungsleistungen über gemeinsame Hilfeplanung vereinbart werden.
An manchen Orten unterstützen auch Heimbeiräte die Anwendung des Hilfeplanungsverfahrens und können zu einer Beteiligung im eigenen Interesse motivieren.

 
  

 

     
Zum Seitenanfang    
Eine Seite vorblättern Inhaltsverzeichnis anzeigen Nächste Seite anzeigen