Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen

 
     
   

Anleitung zur Spalte "Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen"

Bevor Sie jetzt die nächste Spalte im IBRP bearbeiten, sollten Sie sich das Manual Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen ausdrucken. Diese Spalte besteht aus ankreuzbaren Items, und deren Bedeutung wird im Manual nochmals deutlich erklärt.

     

Die generellen Leitfragen für die Teilbereiche I und II lauten (Grundlage ist das Manual):

  • Für den Teilbereich I (Beeinträchtigungen/Gefährdungen durch die psychische Erkrankung): Welche Beeinträchtigung der subjektiven Befindlichkeit durch die psychische Erkrankung ergibt sich für die psychisch kranke Person in bezug auf ... (von a) "Angst" bis m) "Störendes, fremdgefährdendes Verhalten")?
  • Für die Teilbereiche II und III (Fähigkeiten, Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen ...): Verfügt die Klientin /der Klient über die erforderliche Fähigkeit zu einer eigenständigen Bewältigung der in dem jeweiligen Teilbereich (11 und 111) genannten Anforderung im Hinblick auf die angestrebte Lebens- und Wohnsituation oder ist er bzw. wäre er auf sich allein gestellt, also hinsichtlich der Bewältigung dieser Anforderungen beeinträchtigt.

Zwischen I, II und III sind "Kreisfragen" möglich und sinnvoll wie: Welche Auswirkungen hat zum Beispiel das stark ausgeprägte halluzinatorische Erleben (I d) auf die Sicherstellung der Ernährung (III a) im engeren Wohn- und Lebensbereich (II a)?

Generell ist wichtig: Es sollen nicht auf der Basis schon geleisteter Hilfe die Fähigkeiten, Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen betrachtet werden, sondern die Ausgangsfrage lautet vielmehr: "Sie haben sich entschieden in einer eigenen Wohnung zu leben und erhalten keine Unterstützung. Sagen Sie mir bitte, welche Unterstützung Sie brauchten, um so leben zu können."

Es geht also nicht (nur) darum, zu erfragen, ob zum Beispiel "störendes Verhalten" vorhanden ist, sondern wesentlich eher darum, ob und wie dieses Verhalten und Erleben subjektiv beeinträchtigt/beeinträchtigend wirkt.

Insbesondere vor Bearbeitung des Themenkomplexes dieser Spalte ist es notwendig, sich gut vorzubereiten, die Fragen sich "klientengerecht" "auf die Zunge zu legen". Hierzu können eigene Ausarbeitungen hilfreich sein. Die entsprechenden Formulierungen zu erarbeiten ist eine Frage der Übung.

Frage- und Betrachtungshintergrund ist die aktuelle oder die angestrebte Lebenssituation.

Dies bedeutet: Wenn - wie in unserem ersten Fallbeispiel Frau Mauer – ein Umzug ansteht, ist es sinnvoll, etwa die Beeinträchtigungen der Selbstversorgung auf dem Hintergrund der neuen eigenen Wohnung einzuschätzen. Es ist nicht sinnvoll, von der Situation auf der psychiatrischen Station auszugehen, bei der etwa die Fähigkeit, sich selbst gut zu ernähren, durch die Zentralversorgung und Stationsroutine sichergestellt ist.

Die Stufung der Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen sollen ausschließlich einen ersten Hinweis auf die Rangfolge und die Gewichtung der jeweiligen Aspekte geben. Dabei ist festzuhalten, dass eine hohe Beeinträchtigung nicht zwangsläufig einen hohen Hilfebedarf nach sich zieht. Die Stufungen geben in ihren Ausprägungen eine Orientierungshilfe und können als Grundlage dienen, um vorrangige Hilfeziele zu formulieren.

Abstufung der Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen:
0 keine Beeinträchtigung vorhanden
1 leichte Beeinträchtigung vorhanden
2 ausgeprägte Beeinträchtigung vorhanden
3 stark ausgeprägte Beeinträchtigung vorhanden

 

 
Übung   

Übung zum Übersichtsbogen, Spalte "Beeinträchtigungen"

Bitte wählen Sie sich insgesamt 4 Items aus mindestens 2 verschiedenen Bereichen (I.: Beeinträchtigungen/Gefährdungen durch die psychische Erkrankung, II.: Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen bei Aufnahme und Gestaltung sozialer Beziehungen, III.: Fähigkeitsstörungen und Beeinträchtigungen in den Lebensfeldern) aus.

Formulieren Sie dazu jeweils eine Einstiegsfrage oder eine Formulierung für ein Gespräch mit einer Klientin/ einem Klienten.

 
       
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