Erste Schritte der Hilfeplanung  
     

 

 

 

Was ist die gewünschte Lebensform?

Genau wie anderen Menschen fällt es manchen Klientinnen und Klienten schwer, sich gedanklich von den jetzigen Lebensumständen zu lösen. Aber genau das ist nötig, um zu beantworten: Will ich so leben? Was will ich verändern?

Die eigene Perspektive auf die Zukunft zu richten ist unerlässlich für Hilfeplanung und außerdem Grundlage der Einschätzung von Situationen, Ressourcen und Hindernissen in mir und in der Umwelt.

Um so einen "Leitstern" zu entwickeln, muss ich mich lösen können, muss offen sein für eine positive "Utopie". Kann ich mir meine weitere Lebensentwicklung vorstellen, wie würde ich gerne wohnen, wie mit anderen zusammenleben, wie meine Zeit verbringen, was gerne tun?

Für die eher Sachlichen sind die Bögen B und C mit den erläuternden Materialien gedacht.

Diese Bögen sind Hilfsmittel, die sowohl die gemeinsame Einschätzung der jetzigen Situation wie auch die sich daraus eventuell ergebenden Veränderungswünsche klarer machen. Diese können, aber müssen nicht ausgefüllt werden. Vielleicht sind die Wünsche klar und das Gespräch zu diesen Aspekten dient nur der besseren Einschätzung der Situation. Insbesondere bei Fortschreibungen ist die bloße Wiederholung nicht sinnvoll.

Grundsätzlich ist zu beachten, dass die gewünschte Lebensform alle Lebensbereiche betrifft, nicht nur zum Wohnen kann man Zukunftsvorstellungen entwickeln, sondern auch zu: Tätigsein und Nähe, Erreichbarkeit und/oder Distanz zu sozialen Kontakten und sozialen Räumen sind genauso wichtig.

Als nützlich für Menschen, die noch gar keine genaue Vorstellungen äußern können, hat sich folgendes Verfahren bewährt: die jetzige Wohnsituation in dieser Systematik mit dem Klienten zu erarbeiten. Also die Frage: Was sind Vor- und was Nachteile für mich?

Hilfreich kann auch sein, die Verantwortung an andere zu geben. Da haben sich Experten eine Übersicht zu Wohnformen ausgedacht: Was meinen Sie, ist das so richtig, wie es hier aufgeschrieben ist? Was sehen sie anders?
Oder: Der Dienst XY hat sie hierher geschickt, was haben die sich ihrer Meinung nach dabei gedacht? Sehen Sie das auch so?

Auch die systemische Wunderfrage (Eine Fee hat sie über Nacht dorthin gezaubert, wo sie schon immer leben wollten - wo wachen Sie auf?) kann in diesem Zusammenhang hilfreich sein.

Das Wichtigste überhaupt ist jedoch, mit den Klientinnen und Klienten in ein Gespräch über die Zukunft zu kommen, das positiv getönt ist.

Manchmal liegt die Schwierigkeit auch nicht bei den Klienten: aus Vorsicht, ja nicht zu unrealistische, unerfüllbare Wunschträume anzusprechen, bremsen Mitarbeiter Zukunftsaspekte aus, bleiben ganz "auf dem Teppich".
Auch bei der Vorstellung vom Schloss in Südfrankreich lassen sich "Wie-Qualitäten" herausarbeiten, die zu konkreten und realistischen Verbesserungen der Lebensumstände jetzt beitragen können.

Bitte rufen Sie sich jetzt den Bogen B auf und drucken ihn ggfs. aus.

Die Nutzung des Bogens B „Beschreibung der gegenwärtigen und/ oder der angestrebten Wohnform

Wenn Sie mit ihrer Klientin / ihrem Klienten über die gewünschte Lebensform gesprochen haben, ist es sinnvoll, dies auch noch mit dem Bogen „B“ konkreter weiter zu verfolgen.

Gehen sie ruhig in gemeinsamer Überlegung Vor – und Nachteile durch, lassen Sie sich diese von ihrer Klientin/ ihrem Klienten vor allem aus ihrer /seiner Sicht schildern. Gerade bei Fragen der Selbstversorgung und des Wohnens gibt es sehr unterschiedliche Sichtweisen und die Gefahr des „Überstülpens“ eigener Vorstellungen ist groß.

Lesen Sie sich die folgenden neuen Informationen zu Frau Mauer durch.

         
Beispielfall     

Weitere Informationen zu Frau Mauer: Frau Mauer hat Ihnen schon gesagt, dass ihr Traum eine eigene Wohnung sei. Im Moment ist Ihnen aber nur bekannt, dass im Betreuten Wohnen ein Platz in einer Vierer-Wohngruppe frei ist. Dort leben eine Frau und zwei Männer.

 
         
Übung    

Welche konkreten Vor- und Nachteile der Wohnformen würden Sie mit ihr durchgehen? Welche Punkte wären Ihnen besonders wichtig? Als Hilfsmittel benutzen Sie bitte das Manual Wohnformen.

 
         
     

Wenn Sie den Bogen B bearbeitet haben, können sie dessen Ergebnisse schon im Übersichtsbogen A , S 2 oben bei der jetzigen/ angestrebten Wohnform vermerken.

 
       
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