Kurs-Kapitel I  
     
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Petra Gromann:

Der integrierte Behandlungs- und Rehabilitationsplan konkret

Ein Lernprogramm für die wesentlichen Schritte der Hilfeplanung und der dazu verwendeten Instrumente

     

Die Grundlage der Integrierten Behandlungs- und Rehaplanung sind die Wünsche, Vorstellungen und Bedarfe der Klientin oder des Klienten. Die Planung soll mit ihr/ mit ihm zusammen entwickelt werden. Es muss in jedem Fall nach geeigneten Wegen gesucht werden, wie sich Klienten selbst an der Hilfeplanung beteiligen können und wie vertraute Menschen aus ihrem persönlichen Umfeld daran beteiligt werden können. Dies gilt auch für die gesetzlichen Betreuer, wenn deren Wirkungskreis entsprechend festgelegt wurde. Die gemeinsame Planung besteht im wesentlichen aus Gesprächen.

Bitte sehen sie sich zunächst die Videosequenz zu einem Hilfeplangespräch an.

 
Lehr-Video    

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Wie kann die Beteiligung des Klienten am Hilfeplan aussehen?

Gerade wenn in einem Dienst oder einer Einrichtung mit Hilfeplanung mit dem IBRP begonnen wird, schrecken einige (durchaus auch erfahrene Mitarbeiter) davor zurück, Klientinnen und Klienten selbst die Bögen mit ausfüllen zu lassen. Im Vordergrund der Bedenken steht dabei meistens die Belastung, die ein so detailliertes Benennen der Schwierigkeiten und des jetzigen Standes bei psychiatrieerfahrenen Menschen darstellt.

Ein weiteres Argument ist, welche unrealistischen Hoffnungen bei den Klienten geweckt werden, wenn sie nach ihren Wünschen und Bedarfen gefragt werden. Diese sind ja meist unmittelbar nicht einzulösen und so das ist die Befürchtung könnte das ganze Verfahren in bitteren Enttäuschungen enden.

Auch haben manche Mitarbeiter die Bedenken, dass sie ihre gute Beziehung zu den Klienten aufs Spiel setzen. Wenn Sie mit einer Klientin gemeinsam planen, müssen sie ja auch ihre Sicht der Situation, ihre Einschätzung der Person deutlich machen. Mitarbeiter müssen sich also in diesem Verfahren erklären. Die eigene Sicht gerade wenn diese von der Sicht der Klienten abweicht ist schwierig zu formulieren.

Am Ende des Verfahrens nach ihrer ersten praktischen Hilfeplanung sollten Sie diese Bedenken nochmals an ihren Erfahrungen überprüfen.

Falls diese oder andere Einwände, Befürchtungen oder Bedenken in ihrem Team vorhanden sind, schlagen wir Ihnen vor in einer Gesprächsrunde die Gedanken der einzelnen Teammitglieder auszusprechen. Sie sollten dann die Bedenken in einer Art Protokoll festhalten und eine Verabredung zu treffen, wie nach einer Erprobungsphase diese Befürchtungen an den eigenen Erfahrungen diskutiert werden können. Unserer Erfahrung nach sind diese Argumente nämlich nicht vorab auszudiskutieren.

Die grundlegende Verfahrensregeln lautet: Das gemeinsame Bearbeiten der Bögen besteht im Wesentlichen aus Gesprächen.

Die Gesprächsergebnisse werden in den Bögen dokumentiert und von der Klientin bzw. dem Klienten nochmals überprüft. Dies bedeutet dass Mitarbeiter die Systematik der Bögen gut kennen müssen. Deshalb werden wir Ihnen jetzt auch zunächst die einzelnen Bögen vorstellen.

Die Bögen sind auch als ein Gesprächsleitfaden zu verstehen. Wie bei so genannten "offenen" Interviews können die Beteiligten auf die Unterlagen sehen oder Übersichten (z.B. Manual "Wohnformen") als Gesprächsanregung nutzen.

Wie das Verfahren insgesamt, so verlaufen auch die Hilfeplanungsgespräche individuell unterschiedlich. Für manche Klientinnen und Klienten ist es wichtig, selbst die Bögen in der Hand zu haben, für andere ist dies geradezu gesprächsverhindernd. Manche Klienten sitzen überhaupt nicht gerne und so werden Hilfeplangespräche beim Spazierengehen geführt. Grundsatz ist dabei, das "Setting" weitgehend an den Klienten zu orientieren. Dies trifft auf Zeit, Ort und Beteiligte an diesen Terminen zu. Häufig können sich Klientinnen und Klienten nur geringe Zeit konzentrieren. Es ist hilfreich, dann gleich mehrere kurze Treffen zu vereinbaren. Alle diese Maßnahmen wirken den Belastungen entgegen.

Um ein Hilfeplanungsgespräch mit Ihrer Klientin oder ihrem Klienten zu führen, müssen Sie die Systematik der Bögen genauer kennen lernen.

Im Folgenden üben wir an einzelnen Beispielen, wie diese Bögen auszufüllen sind.

 
       
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